Wallfahrten

In Toledo ist es immer noch üblich, Wallfahrten zu den Wallfahrtskirchen in der Umgebung zu veranstalten. Die Wallfahrtssaison beginnt nach der Karwoche mit der Wallfahrt von Cristo de la Vega. Es handelt sich eigentlich nicht eine Wallfahrt im eigentlichen Sinn, sondern eher eine traditionelle volkstümliche Veranstaltung, ein Fixpunkt auf dem Kalender in den sieben Wochen vor dem Pfingstsonntag.

Der Höhepunkt dieser Wallfahrten ist stets eine Prozession der Einwohner der Umgebung. Die Feierlichkeiten und Aktivitäten anlässlich dieser Feste dauern normalerweise die drei Tage des Wochenendes, und werden deshalb "Triduum" genannt. Das Fest der Virgen de la Estrella dauert sogar neun Tage. Während all dieser Festlichkeiten werden die Teilnehmer mit Limonaden und gerösteten Kichererbsen bewirtet. Traditionellerweise gibt es auch Versteigerungen, Süßigkeiten und Feuerwerke zum Abschluss der Feste.

Die erste Wallfahrt ist jene der Ermita de la Virgen de la Cabeza am letzten Sonntag im April.

Am ersten Mai begeben sich viele Einwohner Toledos auf den Weg zur Ermita de la Virgen del Valle. Jene Pilger, die schon am Vorabend dort ankommen, bekommen Brot und Käse angeboten. Wie es die Tradition will, läuten die Mädchen, die gerne heiraten möchten, die Glocke der Kirche. Am darauf folgenden Samstag findet die öffentliche Versteigerung der von den Händlern gebrachten Geschenke statt.

Am zweiten Sonntag im Mai feiert man die Wallfahrt zur Kirche Nuestra Señora de la Bastida. Nach der Eucharistie werden die Teilnehmer im Patio auf einen Aperitif eingeladen. Am Nachmittag macht sich die Prozession auf den Weg durch den umliegenden Kieferwald. Die Tradition bedingt, dass jeder, der die Kirche besucht, nach dem Beten vor dem Kreuz einen Stein nehmen muss, um seine Zahnschmerzen zu heilen.

Am dritten Sonntag im Mai findet die Wallfahrt zur Kirche Santo Ángel Custodio statt. Als einziges dieser Feste findet dieses auf Privatgrund statt, im "Cigarral del Ángel". Sowohl das Gut als auch die Wallfahrtskirche wurde vor kurzem restauriert, auch das wunderbare Altarbild von Carduccio und der "Jardin de los Poetas" ("Garten der Dichter").

Das Volksfest beginnt am Samstag Nachmittag mit einem Gebet und einer Messe für die verstorbenen Laienbrüder. Danach wird das so genannte "Wasser von der heiligen Quelle" verkostet; dabei handelt es sich um Limonade mit Wein und Obst. Sonntag Mittag wird eine Messe gefeiert und es werden die "Quinolas", speziell für den Anlass vorbereitete Gebäcke, geweiht. Die Prozession findet am Nachmittag statt. Typischerweise wird das Heiligenbild beim Heraus- und Hineinkommen in die Kirche von den so genannten "Costaleros" (Träger) zum Klang der Nationalhymne getragen, während ihre Assistenten Rosenblätter auf das Bild werfen.

Am vierten Sonntag im Mai, nach dem Volksfest des "Santo Ángel", feiert man die Wallfahrt der Ermita de la Virgen de la Estrella. Diese dauert ganze neun Tage, beginnt also bereit in der vorherigen Woche mit einer Ausrufung. Am Tag des eigentlichen Fests feiert man eine Messe mit Chor, den Rosenkranz, die "Novena" (Neuntagesperiode) und am Nachmittag findet eine Prozession statt. Danach kommt es zum Essen der traditionellen "Migas" (ein auf Brotkrümeln basiertes Gericht), mit heißer Schokolade und verschiedenen Wettkämpfen und Versteigerungen. Die Wallfahrtskirche, die sich früher in einem an das Stadtzentrum angrenzenden Bezirk befand, ist heute in die Stadtmauern mit eingeschlossen.

Dank der großen Zahl an Andalusiern, die in Toledo zu Hause sind, hat auch die Pilgerfahrt nach El Rocio eine große Tradition in Toledo. Diese Prozession legt die symbolische erste Etappe auf dem Weg nach Almonte zurück. Die Pilger ziehen von der Kirche des Klosters San Antonio fünfzehn Tage vor Pfingstmontag los, im typischen Pilgergewand ihrer Region. Ihrerseits von der Puerta del Cambrón ausgehend, schließt sich ihnen kurze Zeit später eine Gruppe von Reitern an.

Die Wallfahrt nach San Jerónimo findet am dem 30. September am nächsten liegenden Sonntag statt. Danach setzen die Wallfahrten zur Ermita de la Virgen de la Guia, am 12. Oktober, und jene zur Ermita de la Virgen del Pilar den Schlusspunkt zur Wallfahrtssaison. Letztere befindet sich auf dem Privatgrund der Infanterieakademie und öffnet sich der Öffentlichkeit nur zu diesem Anlass.

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