Unsere Vergangenheit

Die Geschichte brennt sich in den Stein, so wie es die Kultur mit dem Papier macht. Von der Kultur, die von verschiedenen Völkern bestimmt wurde, werden wir später sprechen; nun aber erzählen wir die Geschichte dieses einzigartigen Ortes, eine Geschichte, die sich in jedem Bauwerk, in jedem Gässchen, in jedem Bogen einer jeden Tür widerspiegelt.

Vorgeschichte

Dank der archäologischen Ausgrabungen weiß man, dass sich im Bronzezeitalter auf dem Hügel "Cerro del Bu" auf der anderen Seite des Tajo ein Bauern- und Viehzüchterdorf befand. Kürzlich hat man an verschiedenen Punkten der Altstadt Reste von Hütten gefunden.

Römerzeit (Toletvm)

Toledo wird im Jahr 192 v. Chr. zum ersten Mal schriftlich erwähnt, als Titus Livius die nüchternen Worte schreibt: Parva urbs, sed loco munitia - "kleine, aber gut befestigte Stadt. Nicht besiedelte Stadt."Toledo wurde in der Römerzeit zu einem wichtigen Knotenpunkt, da hier Caesaraugusta (Saragossa) auf Emerita Augusta (Mérida) traf.

Hier trafen die aus diesen Regionen kommenden Reisenden auf den Fluss Tajo, auf dem man nach Hispalis und Bática gelangen konnte. Dank dieser glücklichen Lage florierte die Stadt zu Zeiten des römischen Reiches. Noch immer sind Teile der Tempel, Theater und Amphitheater erhalten, sowie eine dicke Stadtmauer, zahlreiche Fußwege, Brücken und ein Aquädukt. Der Größe der Ruinen des Circus Romanus nach zu schließen, beherbergte dieses Stadion im ersten Jahrhundert nach Christus die beeindruckende Zahl von 13 000 Zusehern

Hauptstadt des Westgotenreichs.

Nach dem Niederhang des römischen Reichs und dem Aufkommen der Franken wurde die Hauptstadt zuerst nach Barcino (Barcelona) und dann nach Sevilla verlegt, bevor schließlich Toledo diesen Titel erhielt. Die Einwohner Toledos waren damals hauptsächlich spanisch-römischer Herkunft und katholischen Glaubens. Die Westgoten waren dagegen arianische Christen.

In Toledo wurden die Konzilien veranstaltet, eine Art Versammlung, wo die wichtigsten Entscheidungen des Reiches getroffen wurden. Daran nahmen auch Bischöfe teil; schließlich war damals der Staat mit der Kirche vereint. Von 400 bis 711 n. Chr. wurden in Toledo 17 Konzilien ausgetragen. Bei dritten im Jahr 579 kam es zu einem radikalen Wandel: König Rekkared erklärte damals den Katholizismus zur offiziellen Religion .

Arabische Besetzung (Tolaytola).

Nach dem Übertritt zum Katholizismus begannen bald die Judenverfolgungen. Juden wurden aus der Stadt vertrieben und versklavt. Die westgotischen Monarchen wurden vom Adel und von den Heeresführern gewählt. Die Macht des Königs war also eingeschränkt. Oft wurde ihm sogar mit Mord gedroht.

Viele der späteren Könige wurden von ihren Rivalen ermordet, so wie es schon in früheren Zeiten den römischen Herrschern ergangen war. Im letzten Krieg gegen König Rodrigo baten die Nachfahren seines Vorgängers, Witiza, schließlich die Araber um Hilfe. Dies war im Jahr 711, als die moslemischen Heere sich in Nordafrika gerade auf Expansionsfeldzug befanden. Die Araber kamen zu Hilfe, und besetzten dann die iberische Halbinsel viele Jahrhunderte lang.

Toledo war nun nicht mehr Hauptstadt, sondern vom Emirat von Cordoba abhängig, das später in ein Kalifat umgewandelt wurde. Trotzdem war Toledo immer kritisch, unruhig und kriegerisch gegenüber dem weit entfernten Zentrum der Macht eingestellt. Das Kalifat zerfiel schließlich nach mehreren aufeinander folgenden Bürgerkriegen Anfang des elften Jahrhunderts. In Folge dessen wurden die Taifareiche gegründet. Das Reich von Toleytola unter Al Mamun (1043-1075) war eines der aufstrebendsten. Hier lebten einige der größten Historiker, Ärzte, Mathematiker und Astonomen, unter anderem Abu Isaac Ibrahim, der die so genannten "Tafeln von Toledo" schrieb, die den Meridian in Toledo festlegten. Alfons VI, flüchtete sich an den Hof von Toleytola, vor er seinem Bruder auf dem kastilischen Thron nachfolgte.

Toledo verfügte über ein Dutzend Moscheen, mehrere Bäder und Basare. Wenn man in Betracht zieht, dass die Hauptmoschee, die sich an Stelle der heutigen Kathedrale im Herzen der Stadt befand, allen männlichen Bewohnern der Stadt Platz bieten musste, kann man sich leicht vorstellen, dass die Moslems damals sehr zahlreich in Toledo vertreten waren. Auch die Christen und die Juden lebten damals in der Stadt. Sie blieben ihren Religionen treu, passten sich jedoch dem arabischen Lebensstil an. Es existierten also auch Kirchen und Synagogen.

In dieser Zeit bildete sich der heute noch bestehende Grundriss der Stadt, mit engen und gebogenen Gassen, Mauergängen ohne Ausgang und den typischen Häusern mit ihren wunderschönen Innenhöfen, die das Zentrum des Familien- und Soziallebens darstellten.

Die Stadt der Toleranz und der drei Kulturen

1085 eroberte Alfons VI. Toledo von den Arabern zurück. Er machte Toledo zur "Stadt der drei Kulturen", zur Wiege der Zivilisationen, in der Christen, Moslems und Juden gleichzeitig lebten und ihre Traditionen weiterpflegten, wenn es auch gelegentliche gewalttätige Auseinandersetzungen gab.

Unter Alfons X. "dem Weisen" (13. Jhd.) war bereits die Übersetzerschule gegründet worden. Dank der Übersetzertätigkeit (Arabische, jüdische Texte sowie griechische Werke wurden übersetzt) wurde Toledo zum intellektuellen Zentrum Europas. Die übersetzten Versionen der Schriftstücke ermöglichten es dem Rest Europas, Kenntnisse über die moslemische und die hebräische Kultur und ihren Glauben zu erlangen, und die klassischen Griechischen Lehrwerke wieder zu entdecken.

Dennoch waren die Ruhe und der Frieden, die während dem 14. Jahrhundert geherrscht hatten, nicht von Dauer. Die Inquisition begann, Untersuchungen über die Reinheit des Blutes durchzuführen, und forderte die Christianisierung sowie die Vertreibung der Ungläubigen. Die Judenverfolgung führte bald dazu, dass die Mitglieder der Inquisition die grausamen Strafen auf all jene ausweiteten, die nicht in christlichem Glauben lebten. Die katholischen Monarchen ließen 1492 die gesamte jüdische Gemeinschaft vertreiben, die sich unter den Westgoten in Toledo niedergelassen hatte. Nur ein kleiner Teil der jüdischen Bevölkerung durfte in Toledo bleiben, in Ghettos, und musste dafür auch noch eine spezielle Steuer zahlen.

Das kaiserliche Toledo

Die Stadt, die von den katholischen Königen ausgebaut und zur Hauptstadt gemacht wurde, war auch einer der ersten Schauplätze der Krawalle und politischen Unruhen, die dazu führten, dass die Stadt an politischem und sozialem Gewicht verlor. Auch die Hauptstadt wurde nach Madrid verlegt.

Eine schlimme Epoche begann: Epidemien, der Zerfall der Industrie und andere Krisen führten dazu, dass die Stadt sich immer weiter vom Hof und von der Monarchie distanzierte. Diese dunkle Entwicklung ergriff später das gesamte Land. Die Zeit der Aufklärung brachte wieder einen Aufschwung; dem Handel und den Fabriken ging es wieder etwas besser, doch auch im darauf folgenden Jahrhundert konnte Toledo der Krise nicht ganz entkommen. Während den Erbfolge- und Unabhängigkeitskriegen erlitt die Stadt großen Schaden.

Industrielle Entwicklung und Moderne

Seit dem 19. Jahrhundert ist Toledo rasant gewachsen, vor allem dank der Anbindung an das Eisenbahnnetz und dank den Wasser- und Stromversorgungseinrichtungen über dem Tajo.

Nach dem spanischen Bürgerkrieg begann die Stadt im 20. Jahrhundert, sich über die Stadtmauern hinaus auszubreiten. Sie wurde von der UNESCO im Jahr 1986 zur Weltkulturerbestadt ernannt und ist seitdem auf dem Weg in eine viel versprechende Zukunft voller Energie und Hoffung. vorherige Seite

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