Kloster San Juan de los Reyes

Die Kirche wurde von Isabel I. erbaut, um ihr dynastisches Mausoleum zu beherbergen, das dem Evangelist Johannes gewidmet war, dem die Königin sehr ergeben war. Daher stammt auch die Form des Gebäudes, die einem Katafalk gleicht, mit Giebeln umringt, die Wachskerzen gleichen.

Der Katafalk wird von dem Altarraum der Kirche und dem Kreuzgang geformt, der nach Juan Guas benannt ist, dem ersten Hofarchitekten. Die gesamte Fassade ist mit einer Franziskanerkordel verziert, der an den Orden erinnert, der dieses Gebäude bewohnt. Die Frontseite ist polygonal, mit Strebepfeilern, die von Nadeln und Giebeln gekrönt werden, mit Wappenkönigen, Herolden in Lebensgröße, die die Wappen der katholischen Könige auf ihrem Gewand tragen

Die Kirche hat die Form einer großen Halle mit einem großzügigen Mittelschiff, das so gestaltet wurde, um für zukünftige Grabstätten Platz zu haben. Der Altarraum ist polygonal, ein bildhauerisches Meisterwerk im Mudéjar-Stil. Er ist von einem achtspitzigen Sterngewölbe bedeckt und stützt sich auf Trompen. In dem Querschiff gibt es außerdem zahlreiche Inschriften zu bewundern, die von der Eroberung Granadas erzählen, teilweise auf die maurische Tradition zurückgehend. Der Eingang war für die Ecke der Kirche geplant, wo die Fassade auf den hohen Kirchenchor trifft, der von dem Kirchenschiff zum Hochaltar führt, der stärker werdenden Illumination folgend. Die sich wiederholenden Abbildungen der Königswappen wurden vor 1492 gemacht, da in ihnen die Frucht des Granatapfels nicht aufscheint, die das Symbol für das in diesem Jahr eroberte Reich ist. Die gesamte Dekoration ist repetitiv, um den Ruhm der Könige zu unterstreichen. Isabel wird von gebündelten Pfeilen dargestellt, welche die Union der Kräfte symbolisieren, und durch das "Y", das Initial ihres Namens in der damaligen Schreibweise.

König Ferdinand wird durch das "F" dargestellt sowie durch ein Jochgeschirr mit dem Motto "tanto monta" ("es ist alles gleich"), das auf die Legende des Gordischen Knoten zurückgeht, den Alexander der Große mit dem Schwert zerschlagen haben soll. Es ist ein Symbol für die Rechtfertigung der Mittel angesichts des verfolgten Ziels. Hier ist damit die Vorherrschaft der Staatsräson gegenüber anderen Überlegungen gemeint, die auf Machiavelli zurückgeht. Es ist kein Zufall, dass die Symbole der beiden Konsorten jeweils mit dem Anfangsbuchstaben des anderen beginnen.

Der Besucher sollte sich auch auf keinen Fall den quadratischen, zweistöckigen Kreuzgang entgehen lassen, eines der beeindruckendsten Meisterwerke der Spätgotik im spanisch-flämischen Stil, der gotische und maurische Elemente verbindet, typisch für den Architekten Juan Gras. Die Länge der Seiten mit fünf Fensteröffnungen entspricht genau der Hälfte des Kirchenschiffs. Der untere Kirchengang weist ein Kreuzgewölbe im deutschen Stil auf, bei dem sich die Verstrebungen nicht im Zentrum treffen, also ohne Schlussstein.

Der obere Stock des Kreuzganges zeichnet sich durch eine hölzerne Kassettendecke mit typisch maurischem Flechtwerk aus. Die Säulen, Bögen und Pilaster sind voller Motive aus der Flora und Fauna, von denen viele eine symbolische Bedeutung haben. Unter diesen Darstellungen findet man auch menschliche Gestalten, einzeln oder in Gruppen, zum Beispiel das Bild eines Kindes, einen Adler ersticht, einen auf einem Hund reitenden Affen, der Flöte spielt, einen weiteren Affen, der auf einem Nachttopf sitzt, und zahlreiche herausragende Exemplare der gotischen Kunst. Einige der Figuren sind möglicherweise erst im Zuge der Restaurierung im 19. Jahrhundert dazugefügt worden. Im gesamten Kreuzgang findet man Skulpturen von biblischen Gestalten auf Podesten und unter Baldachinen. Das Treppenhaus, das in den oberen Stock des Kreuzganges führt, ist mit Renaissance-Motiven geschmückt und verfügt über eine halbkugelförmige Kuppel, Pilgersymbole, Masken, Kassettengewölbe und Beispiele der Arbeiten des Architekten Alfonso de Covarrubias.

Die von den Außenwänden der Kirche hängenden Ketten sind besonders bemerkenswert. Sie gehen auf die Befreiung der Gefangenen im Zuge der Eroberung von Granada zurück. Sie wurden 1494 als Votivgabe und als Symbol für den Triumph des christlichen Glaubens aufgehängt. Sie sind die Krönung der geplanten Dekoration des Gebäudes.

Nach der Eroberung Granadas änderten die Könige schließlich ihre Meinung, so dass ihre letzte Ruhestätte sind nun in der neuen Kathedrale der eroberten Stadt zu finden sind.

Das Kloster wurde im Unabhängigkeitskrieg praktisch völlig zerstört und nur teilweise wieder aufgebaut. Auf diese Weise verschwand der zweite Kreuzgang, und der historizistischen Denkweise des 19. Jahrhunderts folgend wurde kein Unterschied zwischen den ursprünglichen und den restaurierten Elementen gemacht. Die Wasserspeier des Kreuzgangs sind dafür das beste Beispielo.

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